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Acorus calamus
Kalmus·L.
GBIF:100328121

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Der (Indische) Kalmus (Acorus calamus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Kalmus (Acorus) innerhalb der Familie Kalmusgewächse (Acoraceae). Die Sumpfpflanze stammt aus Asien, wurde im 16. Jahrhundert (lateinisch als Calamus aromaticus) in Mitteleuropa eingebürgert und ist auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet.
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mini|Illustration aus Köhler’s Medizinal-Pflanzen mini|Samen
Vegetative Merkmale Kalmus ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 60 bis 100, seltener bis 120 Zentimetern erreicht. Sie besitzt ein fleischiges, etwa daumenstarkes, aromatisch kampferartig riechendes Rhizom, das etwa 1,5 bis 5 % ätherisches Öl enthält. Die Vermehrung erfolgt in Mitteleuropa ausschließlich vegetativ über das Wachstum der Rhizome. Der Stängel ist dreikantig und zweizeilig beblättert. Die schwertförmigen Laubblätter sind unifazial und erinnern an die der Sumpf-Schwertlilie. Im Gegensatz zu dieser ist Kalmus im frischen Zustand aber etwas heller und eher gelbgrün gefärbt. Zudem sind die Ränder an manchen Stellen typischerweise stark gewellt.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli. Es sieht so aus, als ob der Blütenstand seitlich stehen würde; dabei handelt es sich um einen 4 bis 10 Zentimeter langen, grünlichen bis rötlichen Kolben. Die Spatha bildet die scheinbare Verlängerung des Stängels. Die zwittrigen Blüten sind unscheinbar (3 bis 4 Millimeter breit), dreizählig und pentazyklisch, bestehen also aus fünf Blütenblattkreisen. Die gelblich-grünen Blütenhüllblätter sind gleichgestaltet (Perigonblätter [Tepalen]); sie sind kapuzenförmig und kürzer als 1 Millimeter. Die Früchte reifen in Mitteleuropa nicht.
Chromosomenzahl Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24, 36, 42, 44, 45 oder 66.
Vegetative Merkmale Kalmus ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 60 bis 100, seltener bis 120 Zentimetern erreicht. Sie besitzt ein fleischiges, etwa daumenstarkes, aromatisch kampferartig riechendes Rhizom, das etwa 1,5 bis 5 % ätherisches Öl enthält. Die Vermehrung erfolgt in Mitteleuropa ausschließlich vegetativ über das Wachstum der Rhizome. Der Stängel ist dreikantig und zweizeilig beblättert. Die schwertförmigen Laubblätter sind unifazial und erinnern an die der Sumpf-Schwertlilie. Im Gegensatz zu dieser ist Kalmus im frischen Zustand aber etwas heller und eher gelbgrün gefärbt. Zudem sind die Ränder an manchen Stellen typischerweise stark gewellt.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli. Es sieht so aus, als ob der Blütenstand seitlich stehen würde; dabei handelt es sich um einen 4 bis 10 Zentimeter langen, grünlichen bis rötlichen Kolben. Die Spatha bildet die scheinbare Verlängerung des Stängels. Die zwittrigen Blüten sind unscheinbar (3 bis 4 Millimeter breit), dreizählig und pentazyklisch, bestehen also aus fünf Blütenblattkreisen. Die gelblich-grünen Blütenhüllblätter sind gleichgestaltet (Perigonblätter [Tepalen]); sie sind kapuzenförmig und kürzer als 1 Millimeter. Die Früchte reifen in Mitteleuropa nicht.
Chromosomenzahl Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24, 36, 42, 44, 45 oder 66.
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Synonyme: Gelbe Gilge,Vgl. etwa Ute Obhof: Rezeptionszeugnisse des „Gart der Gesundheit“ von Johann Wonnecke in der Martinus-Bibliothek in Mainz – ein wegweisender Druck von Peter Schöffer. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 36/37, 2017/2018, S. 25–38, hier: S. 32 (Acorus „gellgilgen“). Gewöhnlicher Kalmus,Christel Kasselmann: Aquarienpflanzen. Ulmer, Stuttgart (1995) 2., überarbeitete und erweiterte Auflage ebenda 1999, ISBN 3-8001-7454-5, S. 86. Kaninchenwurz, Kaninchenwurzel, Karremanswurz, Karremanswurzel, Schwertheu, Magenbrand, Magenwurz, Nagenwurz, Ackerwurz, Würtzriedt, Gewürzkalmus, Rotting, Zehrwurz; auch Deutscher Ingwer.Kalmus – „Deutscher Ingwer“. Auf www.ptaheute.de. mini|hochkant|Ätherisches Kalmusöl
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Die Blätter enthalten bis zu 20 % Stärke, hinzu kommen 1,5 bis 3,5 % Ätherisches Öl, unter anderem Asaron und Eugenol sowie verschiedene Gerb- und Bitterstoffe, unter anderem Acorenon. Das Rhizom enthält zwischen 1,7 und 9,3 % ätherische Öle. Daneben finden sich – vorwiegend in den oberirdischen Pflanzenteilen – Ascorbinsäure (bis 130 mg/100 g) und Proanthocyanidine sowie im Rhizom Cholin (etwa 125 mg/100 g), Fettsäuren (Arachidonsäure, Linolsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure und Stearinsäure) und weitere Kohlenhydrate (Fructose, Glucose und Maltose).
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Der im heutigen Deutschen verbreitete Trivialname Kalmus mit den Varianten Kalmes und Kalmser ist seit spätmittelhochdeutscher Zeit belegt als kalmus(z) und geht über lateinisch calamus (später auch Calamus aromaticusOtto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 137.Vgl. auch Ute Obhof: Rezeptionszeugnisse des „Gart der Gesundheit“ von Johann Wonnecke in der Martinus-Bibliothek in Mainz – ein wegweisender Druck von Peter Schöffer. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 36/37, 2017/2018, S. 25–38, hier: S. 33 (Calamus aromaticus „kalmusz“).) auf griechisch κάλαμος (kálamos)‚ Halm, Rohr, Schilf‘ zurück; denselben Ursprung haben verschiedene Bezeichnungen für schilfartige Gräser in den slawischen Sprachen wie russisch камыш (kamyš) ‚Simse’. Ebenfalls davon abgeleitet ist das Wort Karamell. „Falscher Kalmus“ ist eine Bezeichnung für die auch Wasser-Schwertlilie (im Mittelalter auch fälschlich acorus) genannte Sumpf-Schwertlilie.
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Die Erstveröffentlichung von Acorus calamus erfolgte 1753 durch Carl von Linné. Synonyme für Acorus calamus sind Calamus aromaticus François Alexandre Pierre de Garsault,Catalogue of Life: 2014 Annual Checklist Calamus aromaticus A. verus , A. odoratus ., A. legitimus, A. vulgaris, Canna persidis, Ciparus.Heinrich Marzell, Heinz Paul: Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen. I, Leipzig 1943 (Köln 2000, Nachdruck), S. 110ff.; siehe dort auch weitere, mundartliche und ältere Bezeichnungen. Marzells Quellen: calamus (aromaticus), canna persidis, ciparus Hermann Fischer, Mittelalterliche Pflanzenkunde, München 1929, S. 257; acorus verus, acorus legitimus Caspar Bauhin, Pinax theatri botanici, sive Index in Theophrasti, Dioscoridis, Plinii et Botanicorum qui a saeculo scripserunt opera etc., Basileae 1671 (Basileae 1623), S. 34; kalmus(z) Hortus Sanitatis, germanice, Mainz (Peter Schöffer) 1485, S. 127 &c.; Kalmes J./W. Grimm, Deutsches Wörterbuch V, 1873, S. 73 &c.; Kalmser, Gewürzkalmus, Nagenwurz, Magenbrand, Zehrwurz Friedrich Holl, Wörterbuch deutscher Pflanzennamen, Erfurt 1833, S. 184; Kaninchenwurz, Karremanswurzel Georg Arends, Volkstümliche Namen der Arzneimittel, Drogen, Heilkräuter und Chemikalien: Eine Sammlung der im Volksmunde gebräuchlichen Benennungen und Handelsbezeichnungen, 11. Aufl. Berlin 1930, S. 140f.; Schwertheu P. A. Nemnich, Allgemeines Polyglotten-Lexikon der Naturgeschichte I, Hamburg/Halle (Leipzig) 1793, S. 35; Magenwurz Heinr. Gottfr. Graf v. Mattuschka, Flora Silesiaca oder Verzeichnis der in Schlesien wildwachsenden Pflanzen I, Breslau/Leipzig 1776, S. 305; Ackerwurz, Würtzriedt Jacobus Theodorus Tabernaemontanus/Nicol. Braun, Neuw Kreuterbuch. Das ander Theyl, Frankfurt a. M. 1591, S. 327 &c.; Ackermann Thomas Pancovius/Barth. Zornn, Herbarium oder Kräuter- und Gewächs-Buch ..., Cölln an der Spree 1673, S. 10 &c.; Rotting Carl Jakob Durheim, Schweizerisches Pflanzenidiotikon. Ein Wörterbuch von Pflanzenbenennungen in den verschiedenen Mundarten der deutschen, französischen und italienischen Schweiz, Bern 1856, S. 4. Von Acorus calamus gibt es je nach Autor etwa drei bis vier Varietäten:
Acorus calamus var. calamus (Syn.: Acorus calamus var. verus , Acorus calamus subsp. vulgaris , Acorus verus , Acorus europaeus , Acorus belangeri , Acorus calamus var. belangeri ): Sie ist ursprünglich verbreitet von Sibirien bis Korea und von Zentralasien bis zum Himalaja. Sie ist eine triploide oder tetraploide Form. Acorus calamus var. angustatus (Syn.: Acorus cochinchinensis , Acorus tatarinowii , Acorus triqueter , Acorus spurius , Acorus asiaticus ): Sie ist verbreitet in Südostasien, Japan und Taiwan. Acorus calamus var. americanus () : Ist diploid und wird meist als eigene Art Amerikanischer Kalmus (Acorus americanus) geführt. Sie kommt von Sibirien bis zur Mongolei und vom subarktischen Nordamerika bis zu den Vereinigten Staaten vor. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.
Acorus calamus var. calamus (Syn.: Acorus calamus var. verus , Acorus calamus subsp. vulgaris , Acorus verus , Acorus europaeus , Acorus belangeri , Acorus calamus var. belangeri ): Sie ist ursprünglich verbreitet von Sibirien bis Korea und von Zentralasien bis zum Himalaja. Sie ist eine triploide oder tetraploide Form. Acorus calamus var. angustatus (Syn.: Acorus cochinchinensis , Acorus tatarinowii , Acorus triqueter , Acorus spurius , Acorus asiaticus ): Sie ist verbreitet in Südostasien, Japan und Taiwan. Acorus calamus var. americanus () : Ist diploid und wird meist als eigene Art Amerikanischer Kalmus (Acorus americanus) geführt. Sie kommt von Sibirien bis zur Mongolei und vom subarktischen Nordamerika bis zu den Vereinigten Staaten vor. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.
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Die Heimat des Kalmus ist Asien und Nordamerika. Kalmus ist in Mittel- und Osteuropa bis Ostsibirien und in Ägypten eingebürgert. In Europa siedelte sich der Kalmus Ende des 16. Jahrhunderts an. Kalmus zählt zu den Röhrichtpflanzen. Er besiedelt insbesondere in Marschland die Uferzonen nährstoffreicher, stehender und langsamfließender, sonnenwarmer Gewässer. Der Kalmus ist von der planaren bis zur montanen Höhenstufe anzutreffen. Er ist eine Charakterart des Acoretum aus dem Verband Phragmition.
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Kalmus ist neben seiner Bedeutung als kultivierte Zierpflanze eine traditionelle Medizinpflanze der asiatischen Medizin, die (lateinisch als acorusWouter S. van den Berg (Hrsg.): Eene Middelnederlandsche vertaling van het Antidotarium Nicolaï (Ms. 15624–15641, Kon. Bibl. te Brussel) met den latijnschen tekst der eerste gedrukte uitgave van het Antidotarium Nicolaï. Hrsg. von Sophie J. van den Berg, N. V. Boekhandel en Drukkerij E. J. Brill, Leiden 1917, S. 195 f.) seit dem 12. Jahrhundert auch in Europa bekannt und als Heilpflanze verwendet wurde.Ulrich Stoll: Kalmus, Gilge und Würzhalm. Anmerkungen zu einer alten Verwechslungsgeschichte. In: Berichte zur Wissenschaftsgeschichte. Band 15, 1992, S. 227–242, hier: S. 235 f. Auch von indigenen Völkern Nordamerikas wird Kalmus für medizinische Bäder, Räucherungen sowie für Teezubereitung und als Gewürz verwendet.Alberts und Mullen, S. 32. Vom Kalmus wird der Wurzelstock (Calami rhizoma) verwendet, der im September und Oktober geerntet wird. Aus den Rhizomen wird das Kalmusöl gewonnen, das in der Heilkunde und bei der Parfüm- und Likörherstellung (hier hauptsächlich für Magenbitter) verwendet wird. Kalmus gilt als kräftigend, die Magensekretion fördernd und appetitanregend.Rudolf Fritz Weiss: Lehrbuch der Phytotherapie. 5. Auflage. Stuttgart 1982, S. 60–62. Weiters soll Kalmus gegen Flatulenzen (Blähungen), Verdauungsstörungen, Gastritis und Magengeschwüre helfen. Er könne auch gegen Erschöpfung und Schwäche infolge von Magen-Darm-Beschwerden sowie Krämpfe infolge von Flatulenzen eingesetzt werden. Das Kauen der Wurzel soll stimmungsaufhellend sein und in höherer Dosis leichte Halluzinationen verursachen, wofür die enthaltenen Asarone verantwortlich gemacht werden. Der Wurzel und den Asaronen werden auch aphrodisierende Eigenschaften zugeschrieben. Asarone wirken allerdings mutagen, karzinogen sowie reproduktionstoxisch, während die angegebenen positiven Wirkungen wissenschaftlich nicht nachgewiesen sind.
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Darwin Core Archive (ZIP)
Common names used for this species across different languages and regions. 1 preferred.
Kalmusdeu★
Vernacular (common) names are the everyday names used for a species in different languages and regions. A single species may have dozens of common names worldwide. 1 name preferred.
Kalmus
deu★ preferred
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