Not EvaluatedacceptedspeciesAccepted

Angelica archangelica
Arznei-Engelwurz·L.
GBIF:100328654

ABOUT
Descriptions(8)
Die Arznei-Engelwurz oder Echte Engelwurz (Angelica archangelica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Engelwurzen (Angelica) innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie ist in den kühl-gemäßigten bis subarktischen Gebieten auf der Nordhalbkugel weitverbreitet und wird in der Heilkunde verwendet. Die Arznei-Engelwurz sollte nicht mit dem Riesen-Bärenklau verwechselt werden.
CC-BY-SA 3.0
mini|links|Illustration aus Köhler's Medizinalpflanzen mini|Habitus und Blütenstand mini|Gestielte Laubblätter
Erscheinungsbild und Blatt Die Arznei-Engelwurz ist eine sommergrüne, zwei- bis vierjährige, nur einmal blühende (Hapaxanthe Pflanze) krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 1,2 bis 3 Metern, selten nur 50 Zentimetern. Sie besitzt eine dicke, manchmal gegabelte Pfahlwurzel, die bei Wildpflanzen oft rübenförmig ausgebildet ist, bei Kulturpflanzen meist kurz und mit vielen Adventivwurzeln besetzt ist. Die aufrechte Sprossachse (Stängel) ist zumindest an seiner Basis stielrund, schwach gerillt, innen markig-hohl, oben verzweigt und schmeckt sowie riecht würzig. Die grundständig und wechselständig am verteilt angeordneten Laubblätter sind in Blattscheide, Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Grundblätter sind lang gestielt. Die Stiele der oberen Stängelblätter sind als weite, knospenumfassende Blattscheiden ausgebildet und haben eine weniger stark zerteilte Spreite als die unteren. Die meisten Blätter sind zwei- bis dreifach gefiedert, ihre Spreite ist hellgrün und oft 60 bis 90 Zentimeter lang. Die einzelnen Fiederabschnitte sind 5 bis 8 Zentimeter lang, eiförmig sowie am Rand grob und unregelmäßig gezähnt. Die Endfieder an der Blattspitze ist dreispaltig – im Gegensatz zur Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris). Die Blattstiele sind rund und hohl. Die Blattscheiden sind fast ganz krautig (Angelica archangelica subsp. archangelica) bzw. häutig (Unterart Angelica archangelica subsp. litoralis). mini|Doppeldoldiger Blütenstand von oben mit vielen Insekten
Blütenstand, Blüte und Frucht Die endständigen, halbkugeligen, doppeldoldigen Blütenstände enthalten viele Blüten. Die Doldenstiele sind nur in den obersten Bereichen behaart. Es gibt 20 bis 40 Doldenstrahlen, sie sind mindestens an den Innenseiten rau-flaumig. Eine Doldenhülle ist meist nicht vorhanden. Die Hüllchenblätter sind zahlreich, von lineal-pfriemlicher Form und kürzer als bis gleich lang wie das Döldchen. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchzähne sind undeutlich ausgebildet. Die fünf grünlich-weißen bis gelblichen Kronblätter sind nicht genagelt und bei einer Länge von 1 bis 1,5 Millimeter sowie einer Breite von 0,75 bis 1,25 Millimeter elliptisch und oben in eine eingebogene Spitze verschmälert. Die Griffel sind während der Anthese kurz. Die Blüten duften nach Honig und werden durch Insekten bestäubt. Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die blassgelbe Spaltfrucht, in dieser Familie auch Doppelachäne genannt, ist bei einer Länge von 5 bis 8 Millimeter sowie einer Breite von 3,5 bis 5 Millimeter breit-elliptisch. Die rückenständigen Hauptrippen sind fädlich bis leicht gekielt und leicht vorspringend. Die Randrippen sind flügelig ausgebildet und relativ dick. Die Ölstriemen sind zahlreich, klein und umgeben das Nährgewebe ringförmig. Die Griffel sind zur Fruchtreife zurückgebogen, bis 2 Millimeter lang, dabei doppelt so lang wie das Griffelpolster.
Chromosomensatz Die Chromosomenzahl beträgt für beide Unterarten 2n = 22.
Erscheinungsbild und Blatt Die Arznei-Engelwurz ist eine sommergrüne, zwei- bis vierjährige, nur einmal blühende (Hapaxanthe Pflanze) krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 1,2 bis 3 Metern, selten nur 50 Zentimetern. Sie besitzt eine dicke, manchmal gegabelte Pfahlwurzel, die bei Wildpflanzen oft rübenförmig ausgebildet ist, bei Kulturpflanzen meist kurz und mit vielen Adventivwurzeln besetzt ist. Die aufrechte Sprossachse (Stängel) ist zumindest an seiner Basis stielrund, schwach gerillt, innen markig-hohl, oben verzweigt und schmeckt sowie riecht würzig. Die grundständig und wechselständig am verteilt angeordneten Laubblätter sind in Blattscheide, Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Grundblätter sind lang gestielt. Die Stiele der oberen Stängelblätter sind als weite, knospenumfassende Blattscheiden ausgebildet und haben eine weniger stark zerteilte Spreite als die unteren. Die meisten Blätter sind zwei- bis dreifach gefiedert, ihre Spreite ist hellgrün und oft 60 bis 90 Zentimeter lang. Die einzelnen Fiederabschnitte sind 5 bis 8 Zentimeter lang, eiförmig sowie am Rand grob und unregelmäßig gezähnt. Die Endfieder an der Blattspitze ist dreispaltig – im Gegensatz zur Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris). Die Blattstiele sind rund und hohl. Die Blattscheiden sind fast ganz krautig (Angelica archangelica subsp. archangelica) bzw. häutig (Unterart Angelica archangelica subsp. litoralis). mini|Doppeldoldiger Blütenstand von oben mit vielen Insekten
Blütenstand, Blüte und Frucht Die endständigen, halbkugeligen, doppeldoldigen Blütenstände enthalten viele Blüten. Die Doldenstiele sind nur in den obersten Bereichen behaart. Es gibt 20 bis 40 Doldenstrahlen, sie sind mindestens an den Innenseiten rau-flaumig. Eine Doldenhülle ist meist nicht vorhanden. Die Hüllchenblätter sind zahlreich, von lineal-pfriemlicher Form und kürzer als bis gleich lang wie das Döldchen. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchzähne sind undeutlich ausgebildet. Die fünf grünlich-weißen bis gelblichen Kronblätter sind nicht genagelt und bei einer Länge von 1 bis 1,5 Millimeter sowie einer Breite von 0,75 bis 1,25 Millimeter elliptisch und oben in eine eingebogene Spitze verschmälert. Die Griffel sind während der Anthese kurz. Die Blüten duften nach Honig und werden durch Insekten bestäubt. Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die blassgelbe Spaltfrucht, in dieser Familie auch Doppelachäne genannt, ist bei einer Länge von 5 bis 8 Millimeter sowie einer Breite von 3,5 bis 5 Millimeter breit-elliptisch. Die rückenständigen Hauptrippen sind fädlich bis leicht gekielt und leicht vorspringend. Die Randrippen sind flügelig ausgebildet und relativ dick. Die Ölstriemen sind zahlreich, klein und umgeben das Nährgewebe ringförmig. Die Griffel sind zur Fruchtreife zurückgebogen, bis 2 Millimeter lang, dabei doppelt so lang wie das Griffelpolster.
Chromosomensatz Die Chromosomenzahl beträgt für beide Unterarten 2n = 22.
CC-BY-SA 3.0
mini|Angelica – Angelica archangelica. Otto Brunfels 1537. Weitere historische Abbildungen: Vitus Auslasser 1479. Angelica (Bildlink)Leonhart Fuchs 1543 Zam Angelik - Angelica archangelica. (Bildlink)Leonhart Fuchs 1543 Wild Angelik - Angelica sylvestris. (Bildlink)Hieronymus Bock 1546. Angelika - Angelica archangelica. (Bildlink)Hieronymus Bock 1546 Wild Angelik - Angelica sylvestris. (Bildlink) Als Pflanze der nördlichen Breitengrade, die in Island und Skandinavien schon früh als Gemüse angebaut wurde, war die Arznei-Engelwurz den antiken Autoren des Mittelmeerraumes nicht bekannt. Erstmals in einem Kräuterbuch erwähnt wurde sie als Angelica im nordeuropäischen Galgant-Gewürz-Traktat aus dem 14. Jahrhundert, das wohl fälschlich einem „Alexander Hispanus“ als Verfasser zugesprochenen wurde.Ute Mauch: Ein mittelalterliches Kräuterbuch aus dem 14. Jahrhundert, eine neue Version des lateinischen Macer? In: Gesnerus. Band 63, 2006, S. 181–208, hier: S. 190. Dieser Galgant-Gewürz-Traktat gibt für die Arznei-Engelwurz folgende Wirkungen an:
Abwehr von „Zauber und Gift“ Reinigung der Brust (daher der Name „Brustwurz“) Heilung von Bissen wütender Hunde Verdauungsanregung.Galgant-Gewürz-Traktat in deutscher (alemannischer) Übersetzung: Heidelberg. Cpg 620. Südwestdeutschland, 15. Jh. Blatt 92v-93r (Digitalisat)
Eine gedruckte Abhandlung über die Arznei-Engelwurz erschien erstmals im Kleinen Destillierbuch des Hieronymus Brunschwig. Brunschwigs Beschreibung zeugt davon, dass er mit dieser Arzneipflanze auch aus seiner Praxis vertraut war. Er unterschied zwischen der Arznei-Engelwurz und der Wald-Engelwurz, die er „bůchalter“ nannte:
In Bezug auf die Anwendung der Arznei-Engelwurz – hier speziell des Destillats aus den Wurzeln – folgte Brunschwig dem Galgant-Gewürz-Traktat. Auch Paracelsus erwähnte wiederholt die therapeutischen Qualitäten der Engelwurz.Franz Mauermann: Angelica archangelica L. Eine wenig beachtete antibiotisch wirkende Heilpflanze aus paracelsischer Zeit. In: Sepp Domandl (Hrsg.): Paracelsus Werk und Wirkung. Festschrift für Kurt Goldammer. Wien 1975, S. 133–142 (Mauermann schreibt korrekt über die geographische Verbreitung von Angelica archangelica. Die erste Erwähnung der Engelwurz als Heilpflanze schreibt er jedoch Paracelsus und Leonhart Fuchs zu.) In Rezepten mit mehreren Bestandteilen empfahl er die Wurzel – insbesondere das aus der Wurzel destillierte ÖlHuser-Ausgabe, Band III, S. 348: „Pro cordis Icteritia: Ea descriptione tumor non abit sed dolor. Olei angelicae: Si Angelica per Balneum maris destillatur, postea tundatur radix, eius tum Angelica in ea decoquitur cum vino albo, netz ein Tüchlein / leg sie auff / donec albescit corpus“. (Digitalisat) – zur Behandlung von Schwindsucht („morbis siccis, seu phthisi“Huser-Ausgabe, Band III, S. 385 Paragraphorum liber quintus. De morbis siccis, seu phthisi. … Cura …(Digitalisat)), als Vorbeugemittel gegen ansteckende Krankheiten („infectiones aëreas internas & praeseruatiuum contra pestem“Huser-Ausgabe, Band VII, S. 380 Alia scholia in librum secvndvm de gradibus. Caput primum (Digitalisat)), als Mittel gegen Schmerzen im Brustkorb („ad Icteritiam cordis, quo tumor non abit, sed dolor“Huser-Ausgabe, Band III, S. 347–348 De Icteritiis liber (Digitalisat)) sowie als Bestandteil eines „Winterweines“ („consilia medica“Huser-Ausgabe, Band V, S. 124 Consilia medica (Digitalisat)). Er deutete die Engelwurz als Produkt einer „Transplantierung“ aus der Meisterwurz:
„… Ostricium iſt ein Erſter Sam / durch ſein Transplantierung aber wird Angelica geborn / vnd behalt auch ſein Samen“.Huser-Ausgabe der Chirurgischen Bücher, Basel 1605, S. 267 (Digitalisat), S. 633 … (Digitalisat)
Die „Väter der Botanik“ (Otto Brunfels, Hieronymus Bock und Leonhart Fuchs) knüpften an die Ausführungen aus dem Destillierbuch des Hieronymus Brunschwig an und diskutierten weitschweifig, zu welcher Heilpflanze der Materia medica des Dioskurides die Arznei-Engelwurz wohl passen würde.Otto Brunfels. Contrafeyt Kreüterbuch. Straßburg 1532, S. 318, Text (Digitalisat)Otto Brunfels. Ander Teyl des Teütschen Contrafayten Kreüterbůchs. Straßburg 1537, S. 120, Abbildung (Digitalisat)Hieronymus Bock. New Kreütter Buch. Straßburg 1539, Buch I, Cap. 140 (Digitalisat)Leonhardt Fuchs. New Kreütterbuch. Straßburg 1543, Cap. 43 (Digitalisat) Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Wurzel zur Bereitung des Theriak und des „Spiritus theriacalis“ verwendet:
In den Jahren 1842/43 entdeckte der Münchner Pharmakologe Ludwig Andreas Buchner die Angelicasäure und stellte durch Verseifen des Angelicabalsams das Angelicin dar. Im Jahre 1990 veröffentlichte die Kommission E des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes eine (Negativ-)Monographie über Engelwurz-Früchte und -Kraut sowie eine (Positiv-)Monographie über Engelwurz-Wurzeln.
Quellen zur Analyse der Inhaltsstoffe der Engelwurz
Johann Friedrich John. Chemische Tabellen der Pflanzenanalysen. J. L. Schrag, Nürnberg 1814, S. 17 (Tabelle IV) (Digitalisat) Christian Friedrich Bucholz und Rudolph Brandes: Analyse der lufttrockenen Angelikawurzel (Angelica Archangelica) . In: Johann Bartholomäus Trommsdorff. Neues Journal der Pharmacie, Band I (1817), Stück 2, S. 138–188 (Digitalisat) Ludwig Andreas Buchner: Neue chemische Untersuchung der Angelica-Wurzel. Eine Inaugural-Abhandlung. Schrag, Nürnberg 1842 (Digitalisat) Ludwig Andreas Buchner: Neue chemische Untersuchungen der Angelica-Wurzel. In: Repertorium für die Pharmacie. Nürnberg, Band LXXVI (1842), S. 145–178 (Digitalisat) Ludwig Andreas Buchner: Über eine eigentümliche flüchtige Säure aus der Angelicawurzel. In: Annalen der Chemie und Pharmacie. Heidelberg, Band XLII (1842), S. 226–233 (Digitalisat) H. Meyer und D. Zenner: Über die flüchtigen Säuren in der Angelica officinalis. In: Annalen der Chemie und Pharmacie. Heidelberg, Band LV (1845). S. 317–330 (Digitalisat) Jonathan Pereira’s: Handbuch der Heilmittellehre. Nach dem Standpunkte der deutschen Medicin bearbeitet von Rudolf Buchheim. Leopold Voß, Leipzig 1846–48, Band II 1848, S. 505–507 (Digitalisat) Leopold Gmelin: Handbuch der Chemie. Heidelberg, Band V (1852), S. 496–499: Angelikasäure (Digitalisat) August Husemann und Theodor Husemann: Die Pflanzenstoffe in chemischer, physiologischer, pharmakologischer und toxikologischer Hinsicht. Für Aerzte, Apotheker, Chemiker und Pharmakologen. Springer, Berlin 1871, S. 813–815 Angelicasäure, Angelicin und Angelicabitter (Digitalisat); S. 1130: Angelicaöl (Digitalisat) Theodor Husemann: Handbuch der gesammten Arzneimittellehre. 2 Bände, Springer, Berlin 1873–1875. 2. Aufl., Springer, Berlin 1883, Band II, S. 961–962 (Digitalisat)
Abwehr von „Zauber und Gift“ Reinigung der Brust (daher der Name „Brustwurz“) Heilung von Bissen wütender Hunde Verdauungsanregung.Galgant-Gewürz-Traktat in deutscher (alemannischer) Übersetzung: Heidelberg. Cpg 620. Südwestdeutschland, 15. Jh. Blatt 92v-93r (Digitalisat)
Eine gedruckte Abhandlung über die Arznei-Engelwurz erschien erstmals im Kleinen Destillierbuch des Hieronymus Brunschwig. Brunschwigs Beschreibung zeugt davon, dass er mit dieser Arzneipflanze auch aus seiner Praxis vertraut war. Er unterschied zwischen der Arznei-Engelwurz und der Wald-Engelwurz, die er „bůchalter“ nannte:
In Bezug auf die Anwendung der Arznei-Engelwurz – hier speziell des Destillats aus den Wurzeln – folgte Brunschwig dem Galgant-Gewürz-Traktat. Auch Paracelsus erwähnte wiederholt die therapeutischen Qualitäten der Engelwurz.Franz Mauermann: Angelica archangelica L. Eine wenig beachtete antibiotisch wirkende Heilpflanze aus paracelsischer Zeit. In: Sepp Domandl (Hrsg.): Paracelsus Werk und Wirkung. Festschrift für Kurt Goldammer. Wien 1975, S. 133–142 (Mauermann schreibt korrekt über die geographische Verbreitung von Angelica archangelica. Die erste Erwähnung der Engelwurz als Heilpflanze schreibt er jedoch Paracelsus und Leonhart Fuchs zu.) In Rezepten mit mehreren Bestandteilen empfahl er die Wurzel – insbesondere das aus der Wurzel destillierte ÖlHuser-Ausgabe, Band III, S. 348: „Pro cordis Icteritia: Ea descriptione tumor non abit sed dolor. Olei angelicae: Si Angelica per Balneum maris destillatur, postea tundatur radix, eius tum Angelica in ea decoquitur cum vino albo, netz ein Tüchlein / leg sie auff / donec albescit corpus“. (Digitalisat) – zur Behandlung von Schwindsucht („morbis siccis, seu phthisi“Huser-Ausgabe, Band III, S. 385 Paragraphorum liber quintus. De morbis siccis, seu phthisi. … Cura …(Digitalisat)), als Vorbeugemittel gegen ansteckende Krankheiten („infectiones aëreas internas & praeseruatiuum contra pestem“Huser-Ausgabe, Band VII, S. 380 Alia scholia in librum secvndvm de gradibus. Caput primum (Digitalisat)), als Mittel gegen Schmerzen im Brustkorb („ad Icteritiam cordis, quo tumor non abit, sed dolor“Huser-Ausgabe, Band III, S. 347–348 De Icteritiis liber (Digitalisat)) sowie als Bestandteil eines „Winterweines“ („consilia medica“Huser-Ausgabe, Band V, S. 124 Consilia medica (Digitalisat)). Er deutete die Engelwurz als Produkt einer „Transplantierung“ aus der Meisterwurz:
„… Ostricium iſt ein Erſter Sam / durch ſein Transplantierung aber wird Angelica geborn / vnd behalt auch ſein Samen“.Huser-Ausgabe der Chirurgischen Bücher, Basel 1605, S. 267 (Digitalisat), S. 633 … (Digitalisat)
Die „Väter der Botanik“ (Otto Brunfels, Hieronymus Bock und Leonhart Fuchs) knüpften an die Ausführungen aus dem Destillierbuch des Hieronymus Brunschwig an und diskutierten weitschweifig, zu welcher Heilpflanze der Materia medica des Dioskurides die Arznei-Engelwurz wohl passen würde.Otto Brunfels. Contrafeyt Kreüterbuch. Straßburg 1532, S. 318, Text (Digitalisat)Otto Brunfels. Ander Teyl des Teütschen Contrafayten Kreüterbůchs. Straßburg 1537, S. 120, Abbildung (Digitalisat)Hieronymus Bock. New Kreütter Buch. Straßburg 1539, Buch I, Cap. 140 (Digitalisat)Leonhardt Fuchs. New Kreütterbuch. Straßburg 1543, Cap. 43 (Digitalisat) Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Wurzel zur Bereitung des Theriak und des „Spiritus theriacalis“ verwendet:
In den Jahren 1842/43 entdeckte der Münchner Pharmakologe Ludwig Andreas Buchner die Angelicasäure und stellte durch Verseifen des Angelicabalsams das Angelicin dar. Im Jahre 1990 veröffentlichte die Kommission E des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes eine (Negativ-)Monographie über Engelwurz-Früchte und -Kraut sowie eine (Positiv-)Monographie über Engelwurz-Wurzeln.
Quellen zur Analyse der Inhaltsstoffe der Engelwurz
Johann Friedrich John. Chemische Tabellen der Pflanzenanalysen. J. L. Schrag, Nürnberg 1814, S. 17 (Tabelle IV) (Digitalisat) Christian Friedrich Bucholz und Rudolph Brandes: Analyse der lufttrockenen Angelikawurzel (Angelica Archangelica) . In: Johann Bartholomäus Trommsdorff. Neues Journal der Pharmacie, Band I (1817), Stück 2, S. 138–188 (Digitalisat) Ludwig Andreas Buchner: Neue chemische Untersuchung der Angelica-Wurzel. Eine Inaugural-Abhandlung. Schrag, Nürnberg 1842 (Digitalisat) Ludwig Andreas Buchner: Neue chemische Untersuchungen der Angelica-Wurzel. In: Repertorium für die Pharmacie. Nürnberg, Band LXXVI (1842), S. 145–178 (Digitalisat) Ludwig Andreas Buchner: Über eine eigentümliche flüchtige Säure aus der Angelicawurzel. In: Annalen der Chemie und Pharmacie. Heidelberg, Band XLII (1842), S. 226–233 (Digitalisat) H. Meyer und D. Zenner: Über die flüchtigen Säuren in der Angelica officinalis. In: Annalen der Chemie und Pharmacie. Heidelberg, Band LV (1845). S. 317–330 (Digitalisat) Jonathan Pereira’s: Handbuch der Heilmittellehre. Nach dem Standpunkte der deutschen Medicin bearbeitet von Rudolf Buchheim. Leopold Voß, Leipzig 1846–48, Band II 1848, S. 505–507 (Digitalisat) Leopold Gmelin: Handbuch der Chemie. Heidelberg, Band V (1852), S. 496–499: Angelikasäure (Digitalisat) August Husemann und Theodor Husemann: Die Pflanzenstoffe in chemischer, physiologischer, pharmakologischer und toxikologischer Hinsicht. Für Aerzte, Apotheker, Chemiker und Pharmakologen. Springer, Berlin 1871, S. 813–815 Angelicasäure, Angelicin und Angelicabitter (Digitalisat); S. 1130: Angelicaöl (Digitalisat) Theodor Husemann: Handbuch der gesammten Arzneimittellehre. 2 Bände, Springer, Berlin 1873–1875. 2. Aufl., Springer, Berlin 1883, Band II, S. 961–962 (Digitalisat)
CC-BY-SA 3.0
Die Arznei-Engelwurz gilt als schwach giftig.
Inhaltsstoffe Hauptwirkstoff im frischen Rhizom und in den getrockneten Wurzeln ist 0,1–0,37 % 15-Oxypentadecenlacton. Weitere Inhaltsstoffe und Wirkstoffe: 0,35–1 % ätherische Öle ebenfalls mit 15-Oxypentadecenlacton als Hauptkomponente. Das Rhizom enthält 0,35 bis 1,3 % ätherische Öle, das sich vorwiegend aus Monoterpenen zusammensetzt. Die wichtigsten Bestandteile sind β-Phellandren (13 bis 28 %), α-Phellandren (2 bis 14 %) und α-Pinene (14 bis 31 %). Ein kleiner Teil des ätherischen Öls besteht aus Sesquiterpenen, etwa β-Bisabolen, (−)-α-Bisabolol, β-Caryophyllen, und aus makrocyclischen Lactonen. Daneben wurden über 60 weitere Komponenten identifiziert. Weitere Bestandteile sind rund 20 photosensibilisierende Furocumarine, darunter Bergapten, Imperatorin, Xanthotoxin, Angelicin, Archangelicin, oder die C-prenylierten Cumarine Osthenol und Osthol, Umbelliferon. Ferner die Cumarine: Angelicin, Bergapten, Imperatorin Osthol, Osthenol, Xanthotoxin, Xanthotoxol und Umbelliprenin. Außerdem enthalten die Wurzeln Angelica- und Fumarsäure, Chlorogen- und Kaffeesäure, Harze und Flavanone.
Wirkungen beim Menschen Wirkungen auf die Haut: Die fluoreszierenden Furocumarine als phototoxische Substanzen können auf der Haut eine Dermatitis bewirken, die schwere Störungen des Allgemeinbefindens zur Folge haben kann. Auf frisch gemähten Wiesen kann die Berührung mit dem Saft der Pflanze die sogenannte Wiesengräserdermatitis hervorrufen, ähnlich wie beim Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium). Sehr empfindliche Menschen können bei Hautkontakt mit frischem Pflanzensaft gegen Sonnenlicht sensibilisiert werden (Angelicadermitis). Pharmakologische Wirkung: Es sind Vergiftungen bei der Anwendung größerer Dosen von Radix bzw. Oleum Angelicae zur Abtreibung bekannt.
Inhaltsstoffe Hauptwirkstoff im frischen Rhizom und in den getrockneten Wurzeln ist 0,1–0,37 % 15-Oxypentadecenlacton. Weitere Inhaltsstoffe und Wirkstoffe: 0,35–1 % ätherische Öle ebenfalls mit 15-Oxypentadecenlacton als Hauptkomponente. Das Rhizom enthält 0,35 bis 1,3 % ätherische Öle, das sich vorwiegend aus Monoterpenen zusammensetzt. Die wichtigsten Bestandteile sind β-Phellandren (13 bis 28 %), α-Phellandren (2 bis 14 %) und α-Pinene (14 bis 31 %). Ein kleiner Teil des ätherischen Öls besteht aus Sesquiterpenen, etwa β-Bisabolen, (−)-α-Bisabolol, β-Caryophyllen, und aus makrocyclischen Lactonen. Daneben wurden über 60 weitere Komponenten identifiziert. Weitere Bestandteile sind rund 20 photosensibilisierende Furocumarine, darunter Bergapten, Imperatorin, Xanthotoxin, Angelicin, Archangelicin, oder die C-prenylierten Cumarine Osthenol und Osthol, Umbelliferon. Ferner die Cumarine: Angelicin, Bergapten, Imperatorin Osthol, Osthenol, Xanthotoxin, Xanthotoxol und Umbelliprenin. Außerdem enthalten die Wurzeln Angelica- und Fumarsäure, Chlorogen- und Kaffeesäure, Harze und Flavanone.
Wirkungen beim Menschen Wirkungen auf die Haut: Die fluoreszierenden Furocumarine als phototoxische Substanzen können auf der Haut eine Dermatitis bewirken, die schwere Störungen des Allgemeinbefindens zur Folge haben kann. Auf frisch gemähten Wiesen kann die Berührung mit dem Saft der Pflanze die sogenannte Wiesengräserdermatitis hervorrufen, ähnlich wie beim Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium). Sehr empfindliche Menschen können bei Hautkontakt mit frischem Pflanzensaft gegen Sonnenlicht sensibilisiert werden (Angelicadermitis). Pharmakologische Wirkung: Es sind Vergiftungen bei der Anwendung größerer Dosen von Radix bzw. Oleum Angelicae zur Abtreibung bekannt.
CC-BY-SA 3.0
Die Erstveröffentlichung von Angelica archangelica erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 250–251. Synonyme für Angelica archangelica sind Archangelica norvegica , Archangelica officinalis Je nach Autor gibt es von der Art Angelica archangelica etwa zwei Unterarten:
Angelica archangelica subsp. archangelica, die Nominatform, besitzt linealische Hüllchenblättchen, die gleich lang wie die Döldchen sind. Der Stängel ist weich und saftig, schmeckt und riecht würzig. Sie wird als Gewürz- und Heilpflanze angebaut. Ihre Heimat ist Nord- und Osteuropa, die Sudeten und Karpaten. Sie kommt ursprünglich vor in Dänemark, Norwegen Schweden, Finnland, Island, auf den Färöer-Inseln, in den Niederlanden, Deutschland, Tschechien, Slowakei, Litauen, Lettland, Estland, im europäischen Russland und im Kaukasusraum, Belarus, Ukraine und in Kroatien. In Großbritannien, Belgien und Frankreich ist sie ein Neophyt. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Senecion fluviatilis-Verbands. Küsten-Engelwurz (Angelica archangelica subsp. litoralis , Syn.: Angelica litoralis ) mit pfriemlichen Hüllchenblättern, die etwa halb so lang sind wie das Döldchen. Der Stängel ist hart, schmeckt und riecht scharf und stechend. Die Unterart ist an den Küsten Nordeuropas verbreitet, ansonsten sehr selten. Sie kommt ursprünglich vor in Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Island, Deutschland, Estland, im europäischen Russland und auf den Färöer-Inseln. An den Donauufern flussabwärts bis etwa Wien tritt sie als Neophyt auf, wobei die Zugehörigkeit der Populationen zu dieser Unterart nicht vollständig geklärt ist. Sie wächst an feuchten Ufern und in Gebüschen und ist salzertragend (halophil bzw. halotolerant). Sie ist eine Charakterart des Convolvulo-Archangelicetum litoralis.
Für Norddeutschland wird diskutiert, welche der beiden Unterarten im Gebiet vorkommen. Für Mecklenburg-Vorpommern und auch Niedersachsen wird angenommen, dass die vorherrschende Unterart entlang von Flussläufen und Kanälen Angelica archangelica ssp. litoralis ist, während die Nominatform im Gebiet wohl nur in wenigen Einzelexemplaren auftritt.Eckhard Garve: Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen in Niedersachsen und Bremen. In: Landschaftspflege und Naturschutz in Niedersachsen. Band 43, 2007, S. 35, .H. Henker, H. Kiesewetter: Erstnachweise kritischer Pflanzensippen für Mecklenburg-Vorpommern. In: Botanischer Rundbrief für Mecklenburg-Vorpommern. Band 41, 2006, S. 5–20 (zitiert in Garve 2007). Umstritten ist auch die Zuordnung der Populationen in Süddeutschland, da die Pflanzenexemplare in ihren Merkmalen vermitteln. So wurden die Vorkommen in Verlandungsröhrichten und -rieden der Donau-Altwässer 2011 als autochthon eingestuft und zu Angelica archangelica subsp. archangelica gestellt.Martin Scheuerer, Wolfgang Diewald, Wolfgang Ahlmer, Franz Leibl, Carsten Rüther: Liste der Gefäßpflanzen im Landkreis Straubing-Bogen. In: Der Bayerische Wald, 23. Jahrgang (Neue Folge) Heft 1+2, Februar 2011. mini|Arznei-Engelwurz in Form der Wurzeldroge (Angelicae radix) mini|Fadno, das einzige traditionelle Blasinstrument der Samen, aus dem grünen Stängel geschnitten.
Angelica archangelica subsp. archangelica, die Nominatform, besitzt linealische Hüllchenblättchen, die gleich lang wie die Döldchen sind. Der Stängel ist weich und saftig, schmeckt und riecht würzig. Sie wird als Gewürz- und Heilpflanze angebaut. Ihre Heimat ist Nord- und Osteuropa, die Sudeten und Karpaten. Sie kommt ursprünglich vor in Dänemark, Norwegen Schweden, Finnland, Island, auf den Färöer-Inseln, in den Niederlanden, Deutschland, Tschechien, Slowakei, Litauen, Lettland, Estland, im europäischen Russland und im Kaukasusraum, Belarus, Ukraine und in Kroatien. In Großbritannien, Belgien und Frankreich ist sie ein Neophyt. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Senecion fluviatilis-Verbands. Küsten-Engelwurz (Angelica archangelica subsp. litoralis , Syn.: Angelica litoralis ) mit pfriemlichen Hüllchenblättern, die etwa halb so lang sind wie das Döldchen. Der Stängel ist hart, schmeckt und riecht scharf und stechend. Die Unterart ist an den Küsten Nordeuropas verbreitet, ansonsten sehr selten. Sie kommt ursprünglich vor in Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Island, Deutschland, Estland, im europäischen Russland und auf den Färöer-Inseln. An den Donauufern flussabwärts bis etwa Wien tritt sie als Neophyt auf, wobei die Zugehörigkeit der Populationen zu dieser Unterart nicht vollständig geklärt ist. Sie wächst an feuchten Ufern und in Gebüschen und ist salzertragend (halophil bzw. halotolerant). Sie ist eine Charakterart des Convolvulo-Archangelicetum litoralis.
Für Norddeutschland wird diskutiert, welche der beiden Unterarten im Gebiet vorkommen. Für Mecklenburg-Vorpommern und auch Niedersachsen wird angenommen, dass die vorherrschende Unterart entlang von Flussläufen und Kanälen Angelica archangelica ssp. litoralis ist, während die Nominatform im Gebiet wohl nur in wenigen Einzelexemplaren auftritt.Eckhard Garve: Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen in Niedersachsen und Bremen. In: Landschaftspflege und Naturschutz in Niedersachsen. Band 43, 2007, S. 35, .H. Henker, H. Kiesewetter: Erstnachweise kritischer Pflanzensippen für Mecklenburg-Vorpommern. In: Botanischer Rundbrief für Mecklenburg-Vorpommern. Band 41, 2006, S. 5–20 (zitiert in Garve 2007). Umstritten ist auch die Zuordnung der Populationen in Süddeutschland, da die Pflanzenexemplare in ihren Merkmalen vermitteln. So wurden die Vorkommen in Verlandungsröhrichten und -rieden der Donau-Altwässer 2011 als autochthon eingestuft und zu Angelica archangelica subsp. archangelica gestellt.Martin Scheuerer, Wolfgang Diewald, Wolfgang Ahlmer, Franz Leibl, Carsten Rüther: Liste der Gefäßpflanzen im Landkreis Straubing-Bogen. In: Der Bayerische Wald, 23. Jahrgang (Neue Folge) Heft 1+2, Februar 2011. mini|Arznei-Engelwurz in Form der Wurzeldroge (Angelicae radix) mini|Fadno, das einzige traditionelle Blasinstrument der Samen, aus dem grünen Stängel geschnitten.
CC-BY-SA 3.0
Für die Arznei-Engelwurz (lateinisch Angelica, deutsch auch EngelwurzelOtto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 135.) gibt es, zum Teil nur regional, neben anderen auch die Trivialnamen Angelika, Norwegisch Angelik, Zam Angelik, Angilje, Angolkenwörtel (Altmark), Argelkleinwurzel (Rendsburger Apotheke), Artelkleewurzel (Rendsburger Apotheke), Brustwurz, Brustwurzel, Buchhalter, Cholerawurzel, Dreieinigkeitswurzel, Engelwurtz (mittelhochdeutsch), Gartenangelik (Schweiz), Geilwurzel (Rendsburger Apotheke), Geistwurzel (Schlesien), Giftwürze (Schweiz), Gölk (Altmark), Glückenwurzel (Rendsburger Apotheke), Glüthenwurzel (Rendsburger Apotheke), Heiliggeistwurzel, Heiligenwurzel, Heiligengeistwurzel (St. Gallen), Ledepipenkrawt, Lidtpfeiffenkraut, Luftwurzel (Schlesien) und Theriakwurzel.Johannes G. Mayer: Die ersten gedruckten Kräuterbücher und das Angelika-Wasser der Donaueschinger Taulerhandschrift. In: Würzburger Fachprosa-Studien. Beiträge zur mittelalterlichen Medizin-, Pharmazie- und Standesgeschichte aus dem Würzburger medizinhistorischen Institut. Würzburg 1995 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen, 38), S. 156–177; hier: S. 157.
CC-BY-SA 3.0
Kulinarische Verwendung Das Öl aus Wurzeln und Samen ist Bestandteil von Kräuterlikören und Bitterschnäpsen, wie Boonekamp, Bénédictine und Chartreuse. Kandierte Stängel werden als Süßigkeit und als Verzierung für Backwaren angeboten. Engelwurz ist auch Bestandteil des Schneeberger Schnupftabaks. Mit den Früchten werden Wermutwein, Gin und Chartreuse aromatisiert. Madaus nennt auch einen „Choleralikör“.
Verwendung in der Medizin Verwendung finden vor allem die unterirdischen Pflanzenteile (als Droge Angelicae radix), die Bitterstoffe und ätherische Öle enthält, also zu den Amara-Drogen gehört. Alkoholische Auszüge oder Tees werden gegen Appetitlosigkeit, leichte Magen- und Darmkrämpfe, Völlegefühl und Blähungen eingesetzt. Engelwurz wirkt karminativ, antimikrobiell bzw. antibiotischFranz Mauermann: Angelica archangelica L. Eine wenig beachtete antibiotisch wirkende Heilpflanze aus paracelsischer Zeit. In: Sepp Domandl (Hrsg.): Paracelsus Werk und Wirkung. Festschrift für Kurt Goldammer. Wien 1975, S. 133–142; hier: S. 140 f. und regt die Magensaft- und Bauchspeicheldrüsen-Sekretion an. Arznei-Engelwurz könne bei Anorexia nervosa (Magersucht) verwendet werden. In der Volksmedizin wird das ätherische Öl (als Droge Angelicae aetheroleum) aus den Wurzeln innerlich gegen Schlaflosigkeit und äußerlich gegen Rheuma und Neuralgien angewendet. In größeren Mengen ist das ätherische Öl toxisch. Die Pflanze könne als Antiseptikum der ableitenden Harnwege Behandlung von Zystitis (Harnblasenentzündung) unterstützen. Bei Wildsammlungen besteht eine Gefahr der Verwechslung mit anderen Doldenblütlern, etwa dem giftigen Gefleckten Schierling (Conium maculatum). Der kommerzielle Anbau erfolgt vorwiegend in Polen, den Niederlanden und Deutschland, in geringerem Ausmaß auch in Belgien, Frankreich, Italien, Schweiz und Tschechien. Angebaut werden vornehmlich Landrassen, die der Varietät sativa der Unterart archangelica zugerechnet werden und die manchmal als eigene Art Angelica sativa bezeichnet wird. Die Ernte erfolgt in der Regel im Oktober und November des zweiten Anbaujahres nach Eintritt der Vegetationsruhe. Die Erträge liegen zwischen 2,5 und 4 Tonnen pro Hektar. Madaus empfiehlt besonders die frische, im Frühjahr gegrabene Wurzel der Pflanze, von ihm zitierte Autoren z. T. auch Kraut und Samen. Die Ärzte der Renaissance lobten die Hilfe der Engelwurz gegen die Pest, Paracelsus auch bei inneren Infektionen, als Herzmittel und bei Blähungen. Nach Lonicerus treibt sie Gift aus, wärmt u. a. bei Bauch- und Brustaffektionen, der Geruch soll das Herz stärken. Matthiolus schloss Fisteln mit dem Wurzelsaft. Hufeland verordnete Angelica bei Schwächezuständen während Typhus, Dysenterie, Peripneumonie und Nervenfiebern, Renner bei Hydrops, von Schwarz bei Febris puerperalis putrida, Clarus als Antiparalytikum und Stomachikum. Kneipp berichtet Erfolge bei Ruhr und Cholera, das Pulver reinige Magen und Darm, aber auch die Lunge und wirke wundheilend, bei Kolik, Unterbauchschmerzen, Hals- und Kehlkopfbeschwerden. Nach Leclerc helfen Aufguss oder Tinktur vor jeder Mahlzeit bei Appetitlosigkeit. Die Volksmedizin schätzt Engelwurz als schweißtreibendes, magenstärkendes, katarrh- und krampflösendes Mittel, in der Schweiz als Antidot und bei zähem Schleim.Gerhard Madaus: Lehrbuch der biologischen Heilmittel. Band I. Olms, Hildesheim / New York 1976, ISBN 3-487-05890-1, S. 526–533 (Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1938). Kommission E empfiehlt Angelicawurzel bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden. Die Tagesdosis beträgt 4,5 g Droge bzw. 10–20 Tropfen ätherisches Öl. Kontraindikationen und Interaktionen sind nicht bekannt. Die enthaltenen Furanocumarine wirken UV-sensibilisierend.Heinz Schilcher (Hrsg.): Leitfaden Phytotherapie. 5. Auflage. Urban & Fischer, München 2016, ISBN 978-3-437-55344-8, S. 53–54. Die Pflanze gelte als sputumlösend (auswurflösend) bei Husten, Bronchitis und Pleuritis (Brustfellentzündung), besonders in Verbindung mit Fieber, Erkältung und Influenza (Grippe). Arznei-Engelwurz eigne sich für Brustumschläge.
Verwendung in der Medizin Verwendung finden vor allem die unterirdischen Pflanzenteile (als Droge Angelicae radix), die Bitterstoffe und ätherische Öle enthält, also zu den Amara-Drogen gehört. Alkoholische Auszüge oder Tees werden gegen Appetitlosigkeit, leichte Magen- und Darmkrämpfe, Völlegefühl und Blähungen eingesetzt. Engelwurz wirkt karminativ, antimikrobiell bzw. antibiotischFranz Mauermann: Angelica archangelica L. Eine wenig beachtete antibiotisch wirkende Heilpflanze aus paracelsischer Zeit. In: Sepp Domandl (Hrsg.): Paracelsus Werk und Wirkung. Festschrift für Kurt Goldammer. Wien 1975, S. 133–142; hier: S. 140 f. und regt die Magensaft- und Bauchspeicheldrüsen-Sekretion an. Arznei-Engelwurz könne bei Anorexia nervosa (Magersucht) verwendet werden. In der Volksmedizin wird das ätherische Öl (als Droge Angelicae aetheroleum) aus den Wurzeln innerlich gegen Schlaflosigkeit und äußerlich gegen Rheuma und Neuralgien angewendet. In größeren Mengen ist das ätherische Öl toxisch. Die Pflanze könne als Antiseptikum der ableitenden Harnwege Behandlung von Zystitis (Harnblasenentzündung) unterstützen. Bei Wildsammlungen besteht eine Gefahr der Verwechslung mit anderen Doldenblütlern, etwa dem giftigen Gefleckten Schierling (Conium maculatum). Der kommerzielle Anbau erfolgt vorwiegend in Polen, den Niederlanden und Deutschland, in geringerem Ausmaß auch in Belgien, Frankreich, Italien, Schweiz und Tschechien. Angebaut werden vornehmlich Landrassen, die der Varietät sativa der Unterart archangelica zugerechnet werden und die manchmal als eigene Art Angelica sativa bezeichnet wird. Die Ernte erfolgt in der Regel im Oktober und November des zweiten Anbaujahres nach Eintritt der Vegetationsruhe. Die Erträge liegen zwischen 2,5 und 4 Tonnen pro Hektar. Madaus empfiehlt besonders die frische, im Frühjahr gegrabene Wurzel der Pflanze, von ihm zitierte Autoren z. T. auch Kraut und Samen. Die Ärzte der Renaissance lobten die Hilfe der Engelwurz gegen die Pest, Paracelsus auch bei inneren Infektionen, als Herzmittel und bei Blähungen. Nach Lonicerus treibt sie Gift aus, wärmt u. a. bei Bauch- und Brustaffektionen, der Geruch soll das Herz stärken. Matthiolus schloss Fisteln mit dem Wurzelsaft. Hufeland verordnete Angelica bei Schwächezuständen während Typhus, Dysenterie, Peripneumonie und Nervenfiebern, Renner bei Hydrops, von Schwarz bei Febris puerperalis putrida, Clarus als Antiparalytikum und Stomachikum. Kneipp berichtet Erfolge bei Ruhr und Cholera, das Pulver reinige Magen und Darm, aber auch die Lunge und wirke wundheilend, bei Kolik, Unterbauchschmerzen, Hals- und Kehlkopfbeschwerden. Nach Leclerc helfen Aufguss oder Tinktur vor jeder Mahlzeit bei Appetitlosigkeit. Die Volksmedizin schätzt Engelwurz als schweißtreibendes, magenstärkendes, katarrh- und krampflösendes Mittel, in der Schweiz als Antidot und bei zähem Schleim.Gerhard Madaus: Lehrbuch der biologischen Heilmittel. Band I. Olms, Hildesheim / New York 1976, ISBN 3-487-05890-1, S. 526–533 (Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1938). Kommission E empfiehlt Angelicawurzel bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden. Die Tagesdosis beträgt 4,5 g Droge bzw. 10–20 Tropfen ätherisches Öl. Kontraindikationen und Interaktionen sind nicht bekannt. Die enthaltenen Furanocumarine wirken UV-sensibilisierend.Heinz Schilcher (Hrsg.): Leitfaden Phytotherapie. 5. Auflage. Urban & Fischer, München 2016, ISBN 978-3-437-55344-8, S. 53–54. Die Pflanze gelte als sputumlösend (auswurflösend) bei Husten, Bronchitis und Pleuritis (Brustfellentzündung), besonders in Verbindung mit Fieber, Erkältung und Influenza (Grippe). Arznei-Engelwurz eigne sich für Brustumschläge.
CC-BY-SA 3.0
mini|Küsten-Engelwurz (Angelica archangelica subsp. litoralis) Die Arznei-Engelwurz ist in Nord- und Osteuropa sowie Sibirien, im Himalaya, im südlichen Grönland und in Nordamerika verbreitet. Es gibt Fundortangaben für Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Island, die Niederlande, Deutschland, Tschechien, das Baltikum, die Slowakei, den europäischen Teil Russlands, Belarus, die Ukraine, Moldawien, Serbien, Kroatien, Georgien, den Kaukasusraum und Sibirien. Sie kommt in Mitteleuropa eher selten und nur an feuchten Standorten vor. Sie wird auch kultiviert. Die Arznei-Engelwurz wächst in feuchten Wiesen, an Ufern. Sie kommt hauptsächlich auf nassen, zeitweise überschwemmten, nährstoffreichen Tonböden vor.
CC-BY-SA 3.0
Export occurrence data
Darwin Core Archive (ZIP)
Common names used for this species across different languages and regions. 1 preferred.
Arznei-Engelwurzdeu★
Vernacular (common) names are the everyday names used for a species in different languages and regions. A single species may have dozens of common names worldwide. 1 name preferred.
Arznei-Engelwurz
deu★ preferred
CLASSIFICATION
Taxonomic Classification Tree
IMAGES