Not EvaluatedacceptedspeciesAccepted
Glossiphonia complanata

Glossiphonia complanata

Großer Schneckenegel·(L., 1758)

GBIF:165194883

0year

ABOUT

Descriptions(6)

Der Große Schneckenegel (Glossiphonia complanata) ist eine Art aus der Familie der Plattegel (Glossiphoniidae), die vorwiegend bei Wasserschnecken, aber auch Ringelwürmern, Insektenlarven, Flohkrebsen und Wasserasseln Blut saugt.
CC-BY-SA 3.0
Ulrich Kutschera: Vergleichendes Brutpflegeverhalten bei Egeln. In: Ulrich Kutschera: Evolutionsbiologie. UTB, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, S. 194–196. Heiko Bellmann, Klaus Hausmann, Klaus Janke, Bruno P. Kremer & Heinz Schneider: Einzeller und Wirbellose. Steinbachs Naturführer, Mosaik-Verlag, München 1991, ISBN 3-576-06495-8; S. 238 Wolfgang Engelhardt: Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher? Kosmos-Franckh, Stuttgart 1986 (12. Aufl.), ISBN 3-440-05444-6; S. 124 Herbert W. Ludwig: Tiere und Pflanzen unserer Gewässer. BLV Verlagsgesellschaft, München 2003, ISBN 3-405-16487-7; S. 142
CC-BY-SA 3.0
Der Große Schneckenegel ist wie alle Egel ein Zwitter, bei dem sich zwei Individuen gegenseitig begatten. Die Paarung findet typischerweise Anfang März statt, wobei Pseudospermatophoren an den jeweiligen Sexualpartner angeheftet werden. Etwa eine Woche später bildet jeder Partner 3 bis 4 Kokons, in die jeweils 2 bis 30 große, dotterreiche Eier mit einer durchsichtigen Hülle gelegt werden. Das Clitellum schwillt unmittelbar vor der Eiablage durch die Eier an, während die Clitellardrüsen im Bereich der weiblichen Geschlechtsöffnung die Kokonhülle bilden. Die Art betreibt Brutpflege, indem das Muttertier den auf einer Unterlage befestigten Eikokon mit seinem Körper abschirmt und diesem Frischwasser zufächelt. Ungeschützte Eier beziehungsweise Kokons werden von Wasserschnecken gefressen. Das Muttertier schleudert angreifende Schnecken davon, denen es nur selten gelingt, einer Mutter die Eier wegzufressen. Wenige Tage nach der Eiablage schlüpfen etwa 1 mm lange Larven, die nach etwa einer Woche die Gestalt junger Egel annehmen. Die etwa 30 bis 40 Jungtiere heften sich gleich nach dem Schlupf an den Bauch der sich nun erst mit ihren Saugnäpfen wieder vom Brutplatz lösenden Mutter. Weitere 2 bis 3 Wochen später verlassen die nunmehr etwa 2 mm langen jungen Egel ihre Mutter. Soweit beobachtet, ist ihre erste Beute stets ein ausgewachsener Egel, beispielsweise Erpobdella octoculata, den sie als Gruppe vollständig aussaugen. Später überwiegen dagegen Schnecken als Nahrungsquelle. Das Muttertier beginnt erst nach Abschluss der Brutpflege, die von der Eiablage an etwa 5 bis 6 Wochen dauert, wieder zu fressen. Beim verwandten und oft vergesellschaftet vorkommenden Kleinen Schneckenegel (Alboglossiphonia heteroclita) wird dagegen bereits der Eikokon am Bauch des Muttertieres angeklebt und mitgeführt, so dass dieses auch in dieser Zeit und später gemeinsam mit den Jungtieren frisst. Diese Art ist deutlich kleiner und hellgelb- oder hellgrau-durchscheinend.
CC-BY-SA 3.0
Der Große Schneckenegel saugt hauptsächlich an Schnecken und Würmern, darunter die Wasserschnecken Potamopyrgus antipodarum und Radix peregra sowie Wenigborster der Gattung Tubifex. Seltener dienen auch weichhäutige Larven von Insekten, beispielsweise Mücken (darunter Zuckmücken der Gattung Chironomus), sowie Wasserasseln (Asellus aquaticus) zur Ernährung. Der Saugrüssel wird in den Weichkörper der Beute gebohrt. Während im Winter Insektenlarven und Krebstiere einen höheren Anteil der Nahrung bilden, machen im Sommer Schnecken und Wenigborster den Großteil der Beutetiere aus. Im Vergleich zu Helobdella stagnalis frisst Glossiphonia complanata mehr Schnecken und Wasserasseln, aber weniger Zuckmückenlarven. Je nach Größe der Beute und Anzahl der saugenden Egel wird das Opfer nur angesaugt oder vollständig ausgesaugt, so dass der Große Schneckenegel sowohl als Parasit als auch als Prädator eingeordnet werden kann.A. J. Martin, R. M. H. Seaby, J. O. Young (1994): Does body size difference in the leeches Glossiphonia complanata (L.) and Helobdella stagnalis (L.) contribute to co-existence?. Hydrobiologia 273 (2), S. 67–75.Frederick J. Wrona, Ronald W. Davies, L. Linton (1979): Analysis of the food niche of Glossiphonia complanata (Hirudinoidea: Glossiphoniidae). Canadian Journal of Zoology 57 (11), S. 2136–2142. Schneckenegel schwimmen nicht, sondern bewegen sich mit ihren beiden Saugnäpfen auf dem Untergrund vorwärts.
CC-BY-SA 3.0
Der knorpelig-feste und stark abgeflachte Körper des Großen Schneckenegels wird bis zu drei Zentimeter lang und maximal einen Zentimeter breit. Er besitzt drei Augenpaare, die hintereinander liegen und manchmal teilweise miteinander verschmolzen sein können. Der Rücken ist variabel bräunlich oder grünlich gefärbt und weist sechs Längsleisten mit gelben Warzen auf jedem dritten Ringel auf. Der vordere Saugnapf ist im Vergleich zum hinteren sehr klein. Bei Gefahr oder Beunruhigung rollt sich das Tier kugelförmig zusammen.
CC-BY-SA 3.0
Der Lebensraum des Großen Schneckenegels sind stehende und fließende Gewässer aller Art. Er ist meist unter Steinen oder an Wasserpflanzen zu finden. Das Verbreitungsgebiet der überall häufigen Art umfasst Europa, Asien und Nordamerika. Der Saprobienindex für diese Art beträgt 2,2.
CC-BY-SA 3.0

Export occurrence data

Darwin Core Archive (ZIP)

Common names used for this species across different languages and regions. 1 preferred.

deuGroßer Schneckenegeldeu

Vernacular (common) names are the everyday names used for a species in different languages and regions. A single species may have dozens of common names worldwide. 1 name preferred.

deuGroßer Schneckenegel
deupreferred

CLASSIFICATION

Taxonomic Classification Tree

MULTIMEDIA

Media Files(1)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7f/Glossiphonia_complanata_%28YPM_IZ_098126%29.jpeg

Imageimage/jpeg© : Q122945 VIAF: 138365155 ISNI: 0000 0001 2167 9241 ULAN: 500303561 LCCN: n79110184 NLA: 36242201 WorldCatCC-ZEROGall L (2019). Invertebrate Zoology Division, Yale Peabody Museum. Yale University Peabody Museum. Occurrence dataset https://doi.org/10.15468/0lkr3w accessed via GBIF.org on 2019-10-05. https://www.gbif.org/occurrence/1571563562

IMAGES

Gallery(1)

See Gallery

Occurrences with images

Source Information

German Wikipedia - Species Pages

checklist
Species pages extracted from the German Wikipedia article XML dump from 2022-08-01. Multimedia, vernacular names and textual descriptions are extracted, but only pages with a taxobox or speciesbox template are recognized. See https://github.com/mdoering/wikipedia-dwca for details.

Döring M (2022). German Wikipedia - Species Pages. Wikimedia Foundation. Checklist dataset https://doi.org/10.15468/4wn9dt accessed via GBIF.org on 2026-06-14.

LicensePublished 8/1/2022View dataset
GBIF Usage Key
165194883
Dataset Key
16c3f9cb-4b19-4553-ac8e-ebb90003aa02
Origin
source
Backbone Key
2307956
Taxon ID
5582369
Last Crawled
8/24/2023
Last Interpreted
5/28/2026