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Limnomedusae

Limnomedusae

Kramp, 1938

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Die Limnomedusae (auch Limnohydrina oder Limnopolypae) sind eine Ordnung der Hydrozoen innerhalb der Nesseltiere (Cnidaria). Sie beinhaltet einige im Süßwasser lebende Formen. Allerdings leben die meisten Formen im Meer. Derzeit sind etwa 54 Arten bekannt. Inzwischen ist die aus Ostasien stammende Craspedacusta sowerbyii auch in einige Seen in Deutschland verschleppt worden.G. B. Fritz, R. O. Schill, M. Pfannkuchen und F. Brümer: The freshwater jellyfish Craspedacusta sowerbyii in Germany, with a brief note on its nomenclature. Journal of Limnology, 66(1): 45–49, 2007
CC-BY-SA 3.0
Die meisten Arten leben im Meer oder im Brackwasser, einige wenige Arten auch im Süßwasser. Sie sind nahezu weltweit verbreitet. Craspedacusta sowerbyii ist in Europa ein Neozoon, das bereits 1880 in Europa erstmals beschrieben wurde.
CC-BY-SA 3.0
Die Limnomedusae sind meist metagenetische Nesseltiere mit einem Polypen- und einem Medusenstadium. Eine Ausnahme stellen vermutlich die Arten der Gattung Monobrachium dar, die das Medusenstadium reduziert haben. Bei einigen Arten ist das Medusenstadium festsitzend am Polypen. Die Polypen sind sessil, meist klein und relativ einfach gebaut. Sie besitzen Tentakeln; einige Arten sind auch ohne Tentakeln. Sie sind nackt oder besitzen ein Periderm aus Mucoproteinen. Die meisten Arten leben solitär, einige Arten bilden aber auch Kolonien. Die Medusen besitzen meist vier, aber auch bis sechs radiale Kanäle, die sich bis zum Manubrium erstrecken. Oft sind zusätzlich auch zentropetale Kanäle vorhanden, die jedoch das Manubrium nicht erreichen. Ein randlicher Nematocystenring kann vorhanden sein oder auch fehlen. Die Gonaden sind entlang der radialen Kanäle ausgebildet, selten auch am Manubrium (Gattungen Armorhydra und Limnocnida). Die randlichen Tentakel sind zur Spitze hin hohl; sie besitzen keine echte basale Anschwellung. Die Nesselzellen gehören zu den mikro- und makrobasischen Eurytelen vorhanden. An Sinnesorganen sind am Schirmrand Statozysten vorhanden, die in die Mesogloea nahe dem Ringkanal oder dem Velum eingeschlossen sind. Die Arten der Limnomedusae vermehren sich asexuell durch Podocysten oder Wanderfrusteln, das sind wurmartige Gebilde, die sich fort bewegen können. Die Medusenbildung erfolgt metagenetisch durch seitliche Knospung am Polypen.
CC-BY-SA 3.0
280px|Monobrachium parasitum.|mini Nach ersten molekulargenetischen Untersuchungen von Collins et al. (2006)Allen G. Collins, Peter Schuchert, Antonio C. Marques, Thomas Jankowski, Mónica Medina und Bernd Schierwater: Medusozoan phylogeny and character evolution clarified by new large and small subunit rDNA data and an assessment of the utility of phylogenetic mixture models. Systematic Biology, 55(1), 97–115, Oxford 2006 Medusozoan Phylogeny and Character Evolution Clarified by New Large and Small Subunit rDNA Data and an Assessment of the Utility of Phylogenetic Mixture Models (PDF 580kB) sind die Limnomedusae paraphyletisch und stehen an der Basis der Trachylina. Allerdings wurden nur Vertreter der Monobrachiidae und Olindiidae in die Analyse mit einbezogen. Es gibt zudem relativ gute Hinweise dafür, dass sich die Familie Geryoniidae (bisher Ordnung Trachymedusae) wohl innerhalb der Limnomedusae ableitet. Völlig unklar ist im Grunde die Stellung der Armorhydridae, da sie keine potenziell abgeleiteten Merkmale mit den übrigen Vertretern der Limnomedusae teilt. Ihre Medusen, die im Interstitial leben, unterscheiden sich zudem durch einige Merkmale von den Medusen anderer Limnomedusae. Auch die Stellung der Microhydrulidae innerhalb der Limnomedusae ist nur als vorläufig zu betrachten, da das Medusenstadium unbekannt ist. Das konservative System von Daly et al. (2007) und von Peter Schuchert (Hydrozoa Directory)Muséum Genève: The Hydrozoa ist wie folgt:

Ordnung Limnomedusae Kramp, 1938 Familie Armorhydridae Swedmark & Teissier, 1958 Gattung Armorhydra Swedmark & Teissier, 1958 Armorhydra janowiczi Swedmark & Teissier, 1958 Familie Microhydrulidae Bouillon & Deroux, 1967 (2 Gattungen) Gattung Microhydrula Valkanov, 1965 Microhydrula limopsicola Jarms & Tiemann 1996 Microhydrula pontica Valkanov, 1965 Gattung Rhaptapagis Bouillon & Deroux, 1967 Rhaptapagis cantacuzenei Bouillon & Deroux, 1967 Familie Monobrachiidae Naumov, 1960 Gattung Monobrachium Mereschkowsky, 1877 Monobrachium antarcticum Robins 1972 Monobrachium drachi Marche-Marchad, 1963 Monobrachium parasitum Mereschkowsky, 1877 Familie Olindiidae Haeckel, 1879 Gattung Aglauropsis Mueller, 1865 Gattung Astrohydra Hashimoto, 1981 Gattung Calpasoma Fuhrmann, 1939 Gattung Craspedacusta Lankester, 1880 Gattung Cubaia Mayer, 1894 Gattung Eperetmus Bigelow, 1915 Gattung Gonionemus Agassiz, 1862 Gattung Gossea Agassiz, 1862 Gattung Hexaphilia Gershwin & Zeidler, 2003 Gattung Keralica Khatri, 1984 Gattung Limnocnida Guenther, 1893 Gattung Maeotias Ostroumoff, 1896 Gattung Mansariella Malhotra, Duda & Jyoti, 1976 Gattung Nuarchus Bigelow, 1912 Gattung Olindias Mueller, 1861 Gattung Scolionema Kishinouye, 1910 Gattung Vallentinia Browne, 1902
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Döring M (2022). German Wikipedia - Species Pages. Wikimedia Foundation. Checklist dataset https://doi.org/10.15468/4wn9dt accessed via GBIF.org on 2026-06-16.

LicensePublished 8/1/2022View dataset
GBIF Usage Key
165188558
Dataset Key
16c3f9cb-4b19-4553-ac8e-ebb90003aa02
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1435
Taxon ID
4961429
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8/24/2023
Last Interpreted
5/28/2026